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Anerkennungspreis Wirtschaft übergeben

Die Firma PayTec AG aus Effretikon erhält den diesjährigen Anerkennungspreis Wirtschaft.

Mit dem Anerkennungspreis würdigen die Stadt Illnau-Effretikon und die Gemeinden Lindau und Kyburg die innovative und marktführende Firma PayTec mit Sitz in Effretikon, sowie deren Produktionsstandort Schweiz. Der Preis ist mit 7'000 Fr. dotiert. Laudatio: 

Sicherheit an oberster Stelle

Die meisten Leute benutzen Sie, ohne gross über die Technik dahinter nachzudenken - die Kartenlese­geräte an Kassen und Automaten. Was kaum jemand weiss: Viele sind "Made in Effretikon".

Ein unscheinbares Firmengebäude an der Vogelsangstrasse. Die Sicherheitsvorkehrungen im Empfangsbe­reich zeigen, dass da kein "normales" Unternehmen in den Räumlichkeiten tätig ist. Wir sind bei der Firma PayTec AG. Sie stellt Systeme und Dienstleistungen für den bargeldlosen Zahlungsverkehr her, wie man sie an den Kassen, bei der Post oder in Billett-, Tank- oder Parkautomaten kennt.

"Natürlich gibt es Mitbewerber, die kommen zum Beispiel aus Frankreich oder USA ", weiss Jürg Hürlimann, CEO der PayTec AG. PayTec ist aber nicht nur in der Schweiz tätig, unsere Geräte findet man auch in Deutschland, Österreich, Frankreich und Luxemburg. "Die Komponenten für unsere Geräte stammen zu 95 % aus der Schweiz, das schafft Vertrauen und gibt Sicherheit". Vertrauen ist wichtig, die kleinste Sicherheits­lücke richtet immensen Schaden an. "Aufwendig und zeitraubend sind neben der Entwicklung der Hard- und Software die notwendigen Zulassungen, damit die Geräte die Nationalen- und Internationalen Vorschriften erfüllen.

Skimmimg

PayTec entwickelt Produkte im Hard- und Software-Bereich und produziert als einziges Unternehmen in Eu­ropa: in Effretikon. "Gerne laden wir Kunden ein, unsere Firma zu besuchen", so ein weiteres Vertrau­ensar­gument Hürlimanns. "Kunden und Zulassungslabors statten uns unangemeldete Kontrollbesuche ab um die Einhaltung von Vorschriften und Prozessen zu überprüfen", schmunzelt Hürlimann.2007 präsentierte PayTec AG an der "Cartes" in Paris die Weltneuheit der integrierten, kontaktlosen Karten­zahlung. "Die Herausforderung ist, dass die Karte nur bis 4 cm Abstand vom Gerät und innert kurzer Verweil­zeit gelesen wird", erklärt Jürg Hürlimann. Weiter meint er, dass die jetzigen Zahlungsmöglichkeiten in Zu­kunft bleiben und zwei, drei neue dazukommen werden. Höchste Priorität hat immer die Sicherheit. Pay­Tec AG arbeitet dauernd an neuen Komponenten, die ihre Systeme noch besser vor Skimmingangriffen schützen. Skimming bezeichnet eine verbrecherische Tätigkeit, die durch verbotene Veränderungen an Kar­tenlesegerä­ten darauf abzielt, die auf dem Magnetstreifen von Bankkarten enthaltenen Informationen sowie den PIN-Code des Besitzers zu ergattern.

Seit 2013 verfügt die PayTec AG über eine Software, die es erlaubt, auf die einzelnen Geräte zuzugreifen. "Funktioniert ein Kartenlesegerät zum Beispiel am Kassenplatz nicht richtig, greifen wir über das Netzwerk auf das Gerät zu und sehen, wo die Störung liegt", erklärt Hürlimann das einzigartige System.

Mitarbeiter identifizieren sich mit der Unternehmung

Ein Dreierteam hat das erste Gerät "davinci" entwickelt. Damals noch im Zollikerberg. Es erfolgte der Umzug nach Fehraltorf, doch auch dort wurden die Räumlichkeiten mit der Zeit zu eng. "Effretikon ist mit dem öffent­lichen Verkehr erreichbar und bietet gute Infrastrukturen", sagt Jürg Hürlimann zur Standortwahl.

Die PayTec AG kommt ohne Bankkredite aus. Alle Aktien sind in Mitarbeiterbesitz. 45 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten in verschiedenen Bereichen: Informatik, Elektronik, Verwaltung und Vertrieb sowie in der Produktion. Die Fluktuation bei den Mitarbeitenden ist sehr tief und wenn eine Stelle frei wird, so findet sich jemand Neues durch Mund-zu-Mund-Propaganda. Die Regeln im Unternehmen sind streng: Keine Fotos und keine Auskünfte über die Arbeit Dritten gegenüber. Es gilt das Bank- und Postgeheimnis. Das Verhältnis unter­einander ist locker, Hierarchien stehen nicht an erster Stelle. Alle identifizieren sich mit der Unternehmung und arbeiten nach Bedarf auch an einem Samstag. "Es ist ein Geben und ein Nehmen", stellt Jürg Hürlimann fest. "Mit dem Preisgeld veranstalten wir ein Firmenfest" sagt er - als wäre es eine Selbstverständlichkeit.