Neuigkeit

Leitartikel des Stadtrates

Reinhard Fürst und das e-Bike

Das e-Bike ist ein nicht unbestrittenes Fortbewegungsmittel, hört und liest man doch regelmässig über die Risiken, die die Fahrten begleiten: Nicht hörbar, hohe Geschwindigkeit und mangelnde Routine der Fahrenden sind einige Ursachen, die mitunter zu Erschrecken, Zusammenstössen oder Stürzen führen.

Die Komfortsteigerung, die die Batterie und der e-Motor mit sich bringt, ist jedoch hoch, so dass sich der Nut­zerkreis stetig ausbreitet. Seit gut einem Jahr gehören meine Frau und ich ebenfalls dazu. Auslöser war die Stadtratsreise 2016 an den Genfersee. Eine Reiseetappe führte auf e-Bikes durch die Weinberge des Lavaux, die seit 2007 dem UNESCO Welterbe angehören und zwischen Lausanne und Vevey liegen. Mangels Routine mit dem Elektrovelo und entsprechendem Respekt und Angst, damit umzugehen, wollte meine Frau diese Reise partout nicht mitantreten.

Wie bei einem politischen Geschäft begann eine Phase der Lobbyierung, im konkreten Fall aus dem politi­schen und persönlichen Freundeskreis. Dies führte zu mehreren Probefahrten, bei denen eine zunehmende Routine die anfänglichen Ängste und die Ablehnung ablöste. So haben wir dann doch gemeinsam die gleicher­massen abenteuerliche wie attraktive Reise angetreten. Unfallfrei und bereichert mit vielen schönen Erlebnis­sen kehrten wir zurück.

In der Folge haben wir zwei e-Bikes angeschafft. Seither sind wir oft gemeinsam damit auf Ausflügen anzutref­fen, zwischenzeitlich bereits auch in der weiteren Umgebung.

Die Vorzüge der Antriebsunterstützung kommen insbesondere unserem Wohnort im hügeligen Gebiet der Stadt Illnau-Effretikon entgegen. So bin ich heute weitgehend mit dem Zweirad unterwegs, wo es früher fast ausnahmslos das Automobil war: Zu Sitzungen im Stadthaus, zu Augenscheinen vor Ort, zur Reise ins Rathaus nach Zürich (zumindest bis zum Bahnhof Effretikon), oder zu privaten Zwecken; immer etwas abhängig von der Wetterlage natürlich.

Vielleicht ist das Ganze für viele eine unspektakuläre Geschichte. Ich schreibe die Zeilen dennoch und ziehe Fazit:

Erstens: Der mutige Reisevorschlag aus der stadträtlichen Gemeinschaft und die Gruppenwirkung haben zu einer neuen Lebensqualität im Familienverbund geführt. Und Zweitens: Die technische Entwicklung bringt uns merklich – im vorliegenden Falle im wahrsten Sinne des Wortes – weiter. Heute schätze ich die Velowege mehr als früher, was mit einem Seitenblick auf ökologische Themen durchaus ebenfalls als Fortkommen ge­wertet werden kann.

Selbstverständlich nehme ich aus meinen politischen Erfahrungen viele weitere wertvolle Erkenntnisse mit; diese mit den Elektrovelos bleibt jedenfalls nachhaltig im Privatleben erhalten.

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Kontakt: praesidiales@ilef.ch