Vorgeschichte Privater Gestaltungsplan Mittim, Effretikon

Verschiedene Einwendungen zu Mittim

Medieninformation zur Stadtratssitzung vom 5. Dezember 2013:

Vom 4. Oktober bis zum 3. Dezember 2013 ist der Entwurf des privaten Gestaltungsplans „Mittim“, Effretikon, öffentlich aufgelegen. Die Auflage der umfangreichen Unterlagen sowie die durchgeführten Informationsveranstaltungen sind auf reges Interesse gestossen. Stadtpräsident Ueli Müller ist über das Echo erfreut: „Die Bevölkerung interessiert sich je länger desto mehr für die Entwicklung im Effretiker Stadtzentrum.“

Insgesamt sind 14 Einwendungen und 4 Stellungnahmen von Nachbargemeinden zum Gestaltungsplan eingegangen. Die Einwendungen kommen von Privatpersonen, Parteien und Organisationen. Die Vorbehalte konzentrieren sich vor allem auf die bauliche Dichte, die Verkehrsführung und Anzahl Parkplätze, die Eigentumsrechte und die ökologischen Auflagen.

Auch der Stadtrat hat aufgrund der detaillierten Prüfung der Unterlagen nochmals eine ausführliche Einwendung gemacht. In dieser werden mehrheitlich ähnliche Punkte vorgebracht, wie diese auch von den übrigen Einwendern moniert wurden. Der Stadtrat hat nun die Hänseler Immokonzept AG als Arealentwicklerin aufgefordert, die Einwendungen umfassend zu prüfen, diese möglichst in den Gestaltungsplan einfliessen zu lassen oder in einem Bericht zu den nicht berücksichtigten Einwendungen darzulegen, weshalb an der aktuellen Planung festgehalten wird. Anschliessend ist das Geschäft dem Stadtrat erneut vorzulegen. Nach der Verabschiedung durch den Stadtrat ist vorgesehen, den Gestaltungsplan dem städtischen Parlament und später den Stimmberechtigten zu unterbreiten.

Stadtpräsident Ueli Müller ist sich bewusst, dass noch einiges getan werden muss, damit der Gestaltungsplan rechtskräftig festgesetzt werden kann. „Es liegt aber auch in der Natur der Sache, dass sich bei einer öffentlichen Auflage vor allem die kritischen Stimmen melden und die Befürworter weniger aktiv sind“, meint dazu der Stadtpräsident. Konsens scheint darüber zu bestehen, dass sich im Effretiker Stadtzentrum etwas entwickeln muss und die Lage eine bauliche Verdichtung erfordert. Kontrovers sind die Meinungen, wie dies passieren soll.

Bericht aus dem Schweizer Fachjournal für Architekturwettbewerbe

Das Schweizer Fachjournal für Architekturwettbewerbe "hochparterre.wettbewerbe" hat in seiner Ausgabe 4/2010 einen Bericht über die Zentrumsentwicklung in Effretikon veröffentlicht:

Hochparterre (Quelle: © hochparterre.wettbewerbe, 2010)

Zentrumsentwicklung Mittim, Effretikon

Modellfoto Zentrum Effretikon
Umgebungsplan

Die Ergebnisse der vom Stadtrat in Auftrag gegebenen Vergleichsplanung für die Erarbeitung eines Privaten Gestaltungsplans wurden am 10. und 12. Juli von Vertretern der Stadt, des Fachgremiums für die Beurteilung, der planenden Architekten und des Arealentwicklers vorgestellt. Pläne und Modelle wurden präsentiert und Fragen beantwortet.

Bericht Begleitgremium

Stadtvision

Die Lage des Effretiker Stadtzentrums ist eine der besten im Kanton Zürich. Die Chance, hier einen belebten Stadtraum von hoher Qualität und Nachhaltigkeit zu schaffen, ist einmalig. Ein neuer städtebaulicher Entwurf soll im Perimeter „mittim“ einen nachhaltigen, urbanen Lebens- und Begegnungsraum von hoher Nutzungsdichte und durchlässigen, durchgrünten Freiräumen entstehen lassen.

Handlungsbedarf

Einigkeit besteht seit längerer Zeit darin, dass für das Zentrum von Effretikon eine Aufwertung dringend notwendig ist. Verschiedene Anläufe erlitten bisher leider Schiffbruch. Auch das im Raum stehende Richtprojekt mittim des Arealentwicklers Hans Hänseler (Immokonzept AG) blieb umstritten und fand zu wenig Akzeptanz.

Studienauftrag für neue Konzepte

Im Januar 2010 entschloss sich der Stadtrat, zusätzlich zwei externe Planungsbüros im Rahmen eines Studienauftrages beizuziehen, um für die Zentrumsentwicklung Effretikon alternative Konzepte zu entwickeln. Er handelte in der Überzeugung, dass sich mit einer Gegenüberstellung von unterschiedlichen Konzepten ein qualitativ hochstehendes städtebauliches Konzept finden lässt.

Erfreuliches Ergebnis

Als sehr überzeugend wertete die Jury das Konzept „String“, welches vom Team Staufer & Hasler eingereicht wurde. Es basiert auf einer sorgfältigen Analyse der bisherigen Entwicklung Effretikons. Die wohlproportionierten und klug gesetzten Bauten stehen in einem Dialog zueinander und zur bestehenden Bebauung. Pläne und Modell zeigen überzeugend, dass eine zukunftsorientierte Bebauung des Zentrums auch Hochhäuser verträgt. Die zusammenhängenden Freiräume, welche auch den bestehenden Märtplatz mit Effimärt einbeziehen, bilden eine lebendige Einheit mit Sichtbezügen und Raumverbindungen. Der Raum vom Bahnhof bis zum Effimärt wird geöffnet, das Zentrum wirkt wie eine Kette von Raumfolgen, welche dem Zentrum Effretikons eine robuste, kraftvolle Identität verschaffen. Die Voraussetzungen für eine Stärkung des Zentrums Effretikon werden geschaffen.

„String“ – das Konzept für Effretikon

Das Beurteilungsgremium empfiehlt dem Stadtrat einstimmig, das Bebauungskonzept „String“ durch die Architekten Staufer & Hasler und ihr Fachplanerteam in Zusammenarbeit mit den CH Architekten als Arbeitsgemeinschaft weiterbearbeiten zu lassen. Die Verantwortung dafür liegt beim Arealentwickler.

Haltung des Stadtrates

Der Stadtrat konnte sich an seiner Sitzung vom 17. Juni 2010 den Empfehlungen der Jury einstimmig anschliessen und empfiehlt, die städtebaulich-architektonische Federführung Staufer & Hasler zu übertragen. Er stellt fest, dass sich der Studienauftrag als Mittel für das Finden fachlich überzeugender Lösungen wirklich gelohnt hat.

Haltung des Arealentwicklers

Auch Arealentwickler Hans Hänseler ist von den Stärken des neuen Konzeptes überzeugt. In einem Brief an den Stadtrat hält er fest, dass die von Staufer & Hasler vorgelegte Studie die Grundlage für das Richtprojekt und den darauf basierenden Gestaltungsplan bilden wird.

Ausblick

Es liegt nun in der Verantwortung des Arealentwicklers das Konzept zu vertiefen und weiter zu entwickeln. Die Stadt soll über wesentliche Zwischenergebnisse informiert werden. Liegt das bereinigte Konzept vor, ist ein Gestaltungsplan zu erarbeiten und den Behörden sowie der Bevölkerung vorzulegen. Nach Rechtskraft des Gestaltungsplanes kann die bauliche Aufwertung des Zentrums schrittweise an die Hand genommen werden.

Aufwertung im Zentrum

Mit der Umsetzung des gewählten Konzeptes „String“ entstehen für das Zentrum namentlich folgende Mehrwerte:

  • Vielfältiges Nutzungsangebot im Detailhandel und in der Gastronomie
  • Attraktive Wohnungen im Zentrum
  • Flächen für Arbeitsplätze an bester Lage
  • Grosszügige Freiräume mit unterschiedlichen Aufenthaltsqualitäten
  • Stadtverträglicher Strassenraum
  • Optimale ÖV-Drehscheibe
  • Energetisch und ökologisch vorbildliche Bauten

Chance packen!

Effretikon ist heute in der glücklichen Lage, dass ein privater Arealentwickler an den Standort Effretikon glaubt und bereit ist, hier grössere Geldmittel zu investieren. Dieses Engagement deckt sich mit den Absichten der Stadtentwicklung und kann der Stadt wichtige Impulse geben.

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