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Leitartikel des Stadtrates

Salome Wyss bittet um Geduld

Worüber soll man denn dieser Tage schreiben? Natürlich über das Corona-Virus werden Sie sich denken. Aber gleichzeitig könnte es auch sein, dass der eine oder andere von Ihnen genug hat von den nicht abreissenden Katastrophenmeldungen und –szenarien, die uns aus dem eigenen Land, aber auch aus aller Welt erreichen. Und was gibt es denn überhaupt zu sagen, was nicht schon gesagt wurde? Man kann nur wiederholen, dass wir allen Menschen in unserem Land, die ihre Arbeit in dieser Krise zugunsten der Allgemeinheit – zum Teil unter äusserst erschwerten Bedingungen – leisten, dankbar sind. Man kann staunen darüber, dass es bereits selbstverständlich geworden ist, auf dem Spazierweg die Seite zu wechseln, um sich nicht zu nahe zu kom­men. Man kann sich freuen über die Solidarität, die sich in der Zivilgesellschaft in Form von Nachbarschafts­hilfe und ähnlichem manifestiert.

Und man kann um eines bitten: Nämlich um Geduld und Disziplin. Diese Krise ist die schwerste, die viele von uns je erlebt haben. Sie ist tückisch. Wir alle sind konfrontiert mit Massnahmen, deren einschränkende Wir­kung wir sehr deutlich zu spüren bekommen, während die Bedrohung im Moment noch eher abstrakt ist. Sie erreicht uns in Form von Zahlen Erkrankter und Verstorbener, aber die wenigsten dürften in ihrem persönlichen Umfeld bereits mit den verheerenden Auswirkungen der Krankheit konfrontiert worden sein.

Und genau deshalb braucht es jetzt die angesprochene Geduld und Disziplin. Disziplin, die Massnahmen für längere Zeit geduldig umzusetzen und zwar unabhängig davon, ob die Fallzahlen weiter ansteigen oder nicht. Steigen sie weiter ungebremst an, leuchtet es vielleicht mehr ein, dass Massnahmen weiter von Nöten sein werden. Stabilisieren sie sich, ist es mitunter weniger einleuchtend, aber nicht minder wichtig, dass wir uns alle weiterhin an die verordneten Massnahmen halten, auch wenn es dann noch schwieriger ist. Es sei mir ein Vergleich erlaubt: Wer spricht nicht davon, wie gut es wäre, eine Erkältung oder Grippe nicht nur auszukurie­ren, sondern anschliessend noch ein paar Tage zuhause zu bleiben, um ganz gesund zu werden? Richtig, viele sprechen davon, fast niemand setzt es um. Und doch müssen wir genau dies jetzt in dieser Krise gemeinsam bewerkstelligen. Wir müssen, gerade falls sich die Lage etwas entspannt, geduldig und diszipliniert bleiben, um einen Zusammenbruch des Gesundheitssystems zu verhindern, was in unser aller Interesse liegt.

In diesem Sinne hoffe ich, dass Sie Möglichkeiten und Wege gefunden haben, mit der aktuellen Situation kon­struktiv umzugehen, so dass sie aushaltbar bleibt, solange es notwendig sein wird. Ich bedanke mich für Ihren Beitrag zur Überwindung der Krise und wünsche Ihnen vor allem gute Gesundheit.

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Kontakt: praesidiales@ilef.ch