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Leitartikel des Stadtrates

Samuel Wüst fehlt aufgrund der Corona-Pandemie das Gefühl vom Jahresende.

Jetzt ist es schon Dezember, aber es kommt bei mir gar nicht das Gefühl von Jahresende auf. In den letzten Jahren war es die Zeit, in der ich auf das vergangene Jahr zurückblickte und mir überlegte, was wie gelaufen ist und was ich allenfalls besser oder anders hätte machen sollen. In den verschiedenen Gremien, in denen ich tätig bin, wurde darüber diskutiert und philosophiert, was im aktuellen Jahr gut war und was wir nächstes Jahr noch verbessern können. Gemeinsam wurde bei einem Apéro oder einem Essen das Jahr abgeschlossen. Dabei fand auch ein persönlicher Austausch statt, der die Zusammenarbeit noch verbesserte.

Dieses Jahr ist leider fast alles anders. Wir befinden uns wegen der Corona-Pandemie bekanntlich in einem Marathon und sehen das Ziel noch nicht wirklich vor Augen. Es ist nicht das Jahresende, das unser nächstes Ziel ist, sondern das Ende der Pandemie. Seit März sind wir daran, das Beste aus der Situation zu machen. Aus meiner Sicht haben wir in unserer Stadt bisher gut auf die neue Situation reagiert. Sei es mit einer schnellen, lokalen Wirt­schaftshilfe oder mit einem farbenprächtigen Blumenmeer auf dem Märtplatz. Ziel war es immer, dass sich unsere Bevölkerung weiterhin wohl fühlt und nicht unnötige Einschränkungen eingeführt werden. Verschie­dene Anlässe und Begegnungen vermisse ich dieses Jahr. Damit bin ich sicher nicht alleine. Auch un­sere Jubi­larinnen und Jubilaren konnten wir nicht besuchen. Vermissen werde ich auch die Rede von Stadtprä­sident Ueli Müller im Rahmen des Jahresschlussessens der Stadtverwaltung. Er hat immer wieder ein span­nendes Thema dafür gefunden und sehr gut in seiner Rede umgesetzt.

Seitens Bund und Kanton gab es immer wieder neue Regeln zu beachten. Meistens waren diese ganz klar und logisch nachzuvollziehen – manchmal aber leider nicht. Doch Hand auf Herz, wer weiss schon in einer solchen Situation zu 100 Prozent, was für die nächsten Wochen und Monate das Richtige ist? Wir sind in einer soge­nannten «Versuch und Irrtum»-Phase, da uns die Erfahrung für eine solche Pandemie fehlt.

Kann man einer solchen Zeit auch positive Punkte abgewinnen? Die negativen überwiegen leider sehr. Doch wenn ich sehe, wie die digitalen Arbeitsmittel bei vielen Büroarbeiten anders eingesetzt werden oder auch in der Schule der Online-Unterricht eingeführt wurde, dann wird sich in Zukunft einiges verändern.

Und das Jahresende? Wer Silvester feiern will, muss mit seinen maximal drei Begleitpersonen je nach Kanton vielleicht schon um 21.00 Uhr das Restaurant verlassen. Zuhause sollten sich auch nur wenige Personen ver­sam­meln. Werden diesmal mehr Vorsätze gefasst? Oder ist die Hoffnung für eine «Normalisierung» im nächs­ten Jahr der grösste Wunsch?

Zuversicht ist sicher ein guter Wegbegleiter in dieser schwierigen Zeit. Die Fortschritte bei den möglichen Impfstoffen lassen auf jeden Fall die Hoffnung für ein baldiges Ende der Pandemie aufblühen.

Ich wünsche allen eine besinnliche Adventszeit; das Jahresende kommt schnell.

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Kontakt: praesidiales@ilef.ch