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Mehrzweckanlage Eselriet

FEUERWEHR, HAUPTSAMMELSTELLE, UNTERHALTSBETRIEB, WASSERVERSORGUNG UND ZIVILSCHUTZ AN EINEM ORT

DAS PROJEKT IN KÜRZE

Zur Unterbringung der Feuerwehr, der Hauptsammelstelle, des Unterhaltsbetriebes, des Forstbetriebes, der Wasserversorgung und des Zivilschutzes plant der Stadtrat im Gebiet Eselriet, einen Neubau einer Mehrzweckanlage. Der Bedarf für eine neue Mehrzweckanlage ist breit abgestützt und ausgewiesen. Die einzelnen Betriebe stossen mit ihrer derzeitigen dezentral untergebrachten Infrastruktur an ihre Grenzen, was die Betriebsabläufe und das Dienstleistungsangebot negativ beeinflusst.

 

AUSGANGSLAGE

Bei den Gebäuden der Feuerwehr, des Unterhaltsbetriebs, der Hauptsammelstelle und der Wasserversorgung besteht dringenden Sanierungsbedarf. Sie genügen den heutigen Bedürfnissen nicht mehr. Nach umfangreichen Abklärungen ist der Stadtrat überzeugt, dass die Problematik nur anhand eines ganzheitlichen Ansatzes nachhaltig und befriedigend gelöst werden kann. Er plant deshalb einen Neubau einer Mehrzweckanlage an einem neuen Standort im Gebiet „Eselriet“.

Unter Einbezug externer Fachleute wurden die verschiedenen Bedürfnisse zusammengetragen, bewertet und in einem Raumprogramm zusammengefasst. Dabei zeigte sich, dass durch eine Zusammenlegung der Infrastrukturen und einer Zentralisierung der Zivilschutz-Standorte zahlreiche Flächen gemeinsam genutzt werden können (z.B. sanitäre Anlage, Garderoben, Theorielokal, Sitzungszimmer, Lagerräume, Waschbox für Fahrzeuge).

 

STANDORT / GRUNDSTÜCK

Plan MZA
Parzelle

In einer Standortevaluation hat die eingesetzte Planungskommission nach geeigneten und für die Stadt Illnau-Effretikon bezahlbaren Grundstücken gesucht. Der Standort für eine neue Mehrzweckanlage darf aufgrund der Lärmemissionen nicht im Wohngebiet liegen. Dennoch muss die Hauptsammelstelle für die Bevölkerung gut erreichbar und der Unterhaltsbetrieb möglichst zentral gelegen sein. Ein zentraler Standort ist auch für die Feuerwehr entscheidend, da die Ausrückzeit von zehn Minuten zwingend eingehalten werden muss. Das Grundstück im Gebiet Eselriet (Kat.Nr. IE1185) liegt am Rand des Siedlungsgebiets und entspricht allen Anforderungen.

Der Erwerb des Grundstückes Kat.-Nr. IE1185, Eselriet (Geschäft-Nr. Stadtparlament 2018/194), sowie die Teilrevision der kommunalen Nutzungsplanung für die „Umzonung Eselriet“ (Geschäft-Nr. Stadtparlament 2018/195) wurde durch das Stadtparlament beraten und an dessen Sitzung vom 8. November 2018 genehmigt.

Diese Einzonung ist seit dem 10. Mai 2019 rechtskräftig. Eigentumsübertragung erfolgte am 6. Juni 2019.

 

MACHBARKEITSANALYSE

Im Rahmen einer Ist-/Bedarfsanalyse sowie einer anschliessenden Machbarkeitsanalyse wurden die Anforderungen und Bedürfnisse der einzelnen Projektbeteiligten detailliert erhoben. Durch eine gemeinsame Anlage am neuen Standort können diverse Synergien geschaffen werden.

Die durchgeführte Machbarkeitsstudie zeigte, dass ein Neubau auf dem vorgesehenen Grundstück im Gebiet Eselriet (Kat.Nr. IE1185) grundsätzlich realisiert werden kann.

 


RAUMPROGRAMM

Ende 2019 wurde das Projekt mit angepasster Projektorganisation neu lanciert. So wurde das im Entwurf vorliegende Raumprogramm von den betroffenen Abteilungen und Bereichen noch einmal minutiös überprüft und aktualisiert. Die umfassende Evaluation zeigte, dass das provisorische Raumprogramm in einigen Punkten angepasst werden musste. Einerseits wurden der Rettungsdienst und die Wasserversorgung als neue Nutzer aufgenommen. Die Stationierung des Rettungsdienstes in der Mehrzweckanlage Effretikon stärkt die Notfallversorgung in Illnau-Effretikon. Andererseits mussten diverse im ursprünglichen Raumprogramm angenommenen Flächen angepasst werden, beispielsweise für die Aufnahme weiterer Sammelfraktionen in der Hauptsammelstelle oder die Verbreiterung der Fahrzeuggassen beim Unterhaltsbetrieb und der Feuerwehr. Zudem berücksichtigt das definitive Raumprogramm eine geringfügige Reserve, damit sichergestellt ist, dass die neue Anlage mittel- bis langfristig ihren Zweck erfüllen kann.

Ursprünglich gingen die Berechnungen davon aus, dass auf ein Untergeschoss verzichtet werden kann. Die neusten Kalkulation zeigten aber, dass die Nutzerbedürfnisse nur mit dem Bau eines Untergeschosses erfüllt werden können.

Der Flächenbedarf – welcher als Grundlage für den durchgeführten Wettbewerb diente – zeigt folgendes Bild:

NUTZUNG

INNENFLÄCHE

AUSSENFLÄCHE

TOTAL

Feuerwehr

1'655 m2

438 m2

2'093 m2

Rettungsdienst

115 m2

 

115 m2

Zivilschutz

420 m2

 

420 m2

Unterhaltsbetrieb

1'199 m2

680 m2

1'879 m2

Forstbetrieb

310 m2

150 m2

460 m2

Wasserversorgung

280 m2

80 m2

360 m2

Hauptsammelstelle

782 m2

300 m2

1'082 m2

Allgemein

824 m2

400 m2

1'224 m2

Summe

5'585 m2

2'048 m2

7'633 m2

 

PROJEKTWETTBEWERB

Nach diversen Vorabklärungen und erhobenen Vorstudien stimmte der Stadtrat an seiner Sitzung vom 13. Juni 2019 (SRB-Nr. 2019-104) der Durchführung eines offenen Architekturwettbewerbs für den Neubau der Mehrzweckanlage zu. Gleichzeitig beantragte der Stadtrat beim Stadtparlament die Genehmigung eines Planungskredites im Umfang von Fr. 260'000.-. Die Vorlage wurde durch das Stadtparlament am 30. Januar 2020 genehmigt (GGRB-Nr. 2020-39).

Basierend auf dem überarbeiteten Raumprogramm führte das Ressort Hochbau im Verlaufe des Jahres 2020 einen Architekturwettbewerb durch. Insgesamt 30 Architekturbüros nahmen am offenen Wettbewerb teil. Anlässlich der Juryierung im Januar 2021 wählte das durch den Stadtrat beauftragte Beurteilungsgremium das Siegerprojekt aus. Mit Beschluss vom 4. Februar 2021 (SRB-Nr. 2021-22) bestätigte der Stadtrat das Wettbewerbsergebnis und wählte das Projekt «Laugier» der ARGE Bühler Streit, Zürich, als erstrangiertes Projekt zur Weiterbearbeitung aus. Das Projekt vermochte die Jury sowie den Stadtrat am meisten zu überzeugen.

Zum Jurybericht des Wettbewerbes

 

KOSTEN

Das Projekt Mehrzweckanlage verfügt aus unterschiedlichen Gründen bereits über eine lange Vorgeschichte. Mit der Genehmigung des Wettbewerbsergebnisses konnte jetzt ein wichtiger Meilenstein erreicht werden.

Basierend auf einem ersten Entwurf eines Raumprogramms wurde im Jahre 2015 erstmals eine interne, grobe Kostenannahme für den Neubau einer Mehrzweckanlage im Gebiet Eselriet getroffen und entsprechende Beträge im Integrierten Aufgaben- und Finanzplan (IAFP) eingestellt (Total rund 16 Mio. Franken; exkl. Landanteil). In den Folgejahren hätte das Projekt damals weiter konkretisiert werden sollen. Aufgrund verschiedener Faktoren geriet das Projekt ins Stocken und weitere finanzielle Mittel für die Weiterbearbeitung des Projektes, unter Einbezug von externen Fachleuten, wurden im Rahmen des Budgetprozesses gestrichen. Im Rahmen der Erstellung des erläuternden Berichtes vom 5. Juni 2019 wurde bewusst darauf verzichtet, die im Jahr 2015 erstellte Kostenschätzung neu berechnen zu lassen, insbesondere in Kenntnis, dass eine externe Berechnung durch ein dafür spezialisiertes Büro für Bauökonomie zeitnah im Rahmen des Wettbewerbs durchgeführt wird. Erfahrungen aus vorhergehenden Wettbewerben haben gezeigt, dass sich eine solche Berechnung aus einer Auswahl von verschiedenen konkreten Projektvorschlägen im Sinne eines Benchmarks für die Beurteilung der Kostenschätzung als äusserst wertvoll erweist. An dieser Methodik soll auch in Zukunft festgehalten werden.

GROBKOSTENSCHÄTZUNG WETTBEWERBSPROJREKT «LAUGIER»

Im Rahmen der Jurierung wurde von den Projekten in der engeren Wahl (Plätze 1 bis 8) eine Grobkostenschätzung (Kostengenauigkeit +/- 20%) erstellt. Die durchgeführten Berechnungen zeigen Gesamtkosten bei den erstrangierten Wettbewerbsprojekten zwischen Fr. 23.9 - 30.9 Mio.; die Durchschnittskosten dieser Projekte belaufen sich somit auf Fr. 26.7 Mio. Das seit dem ersten Entwurf deutlich revidierte Raumprogramm (siehe Kapitel «Raumprogramm») führte dazu, dass die Grobkostenschätzungen bei allen bewerteten Projekten deutlich höher liegen als die mit vielen Annahmen hinterlegte Kostenprognose für die Aufgaben- und Finanzplanung aus dem Jahre 2015.

Beim Siegerprojekt «Laugier» werden die Gesamtkosten auf Fr. 25.3 Mio. (exkl. Landanteil) geschätzt.

BKP 1                        Vorbereitungsarbeiten                        Fr.         1'031'000.-

BKP 2                        Gebäude                                            Fr.       19'530'000.-

BKP 3                        Betriebseinrichtung                            Fr.        1'200'000.-

BKP 4                        Umgebung                                         Fr.        2'361'000.-

BKP 5                        Baunebenkosten                               Fr.         1'036'000.-

BKP 9                        Ausstattungen                                   Fr.           150'000.-

Total                                                                                    Fr.       25'308'000.-

 

Der Landanteil von rund Fr. 3'800'000.- ist im IAFP unter dem Konto 4200.5040.082 eingestellt (Überführung vom Finanz- ins Verwaltungsvermögen).

Für die Erschliessung der Parzelle ist im IAFP ein Betrag von Fr. 600'000.- unter dem Konto 5110.5010.xxx eingestellt (separates Geschäft).

Der IAFP 2023 ff. soll im Rahmen des nächsten Budgetprozesses anhand der Grobkostenschätzung angepasst werden.

 

PROJEKTABGRENZUNGEN

Folgende Projekte haben Auswirkungen resp. stehen in einem engen Zusammenhang mit dem Neubau der Mehrzweckanlage; sie sind jedoch als separate Projekte zu betrachten.
 

WÄRMEVERBUND

Gemäss dem durch den Stadtrat verabschiedeten Energieplan (SRB-Nr. 2020-228 vom 10. Dezember 2020) ist für das Gebiet Eselriet mit Holz und/oder Abwärme ein Wärmeverbund für die öffentlichen Gebäude (Schulanlage Eselriet, Sportzentrum, ALST Militärunterkunft, Mehrzweckanlage) vorgesehen. Diesbezüglich sind diverse Abklärungen und Vorstudien im Gange. Die entsprechende Planung ist mit den geplanten Investitionen im Gebiet Eselriet abzustimmen (siehe IAFP: Schulraumerweiterung Eselriet, Neubau Mehrzweckanlage, diverse Sanierungen Sportzentrum).
 

MOBILFUNKANLAGE GEBIET ESELRIET

Mit Grundsatzentscheid vom 17. Januar 2019 (SRB-Nr. 2019-7) stimmt der Stadtrat der Installation einer Mobilfunkantenne im Gebiet Eselriet zu. Als Standort bevorzugte der Stadtrat das Sportzentrum. Folgeabklärungen seitens Ressort Hochbau zeigten, dass sich ein Standort beim Sportzentrum aus verschiedenen Gründen als nicht ideal erweist und grössere Eingriffe in das bestehende Gebäude nach sich ziehen würde.

Da im Projektpflichtenheft des Neubaus der Mehrzweckanlage erwähnt ist, dass eine Versetzung resp. Installation einer Mobilfunkantenne auf der Mehrzweckanlage eine Option darstellt, wurde die weitere Planung der Mobilfunkantenne sistiert, bis das Wettbewerbsergebnis des Neubaus der Mehrzweckanlage vorliegt. Die Installation einer Mobilfunkanlage auf der Parzelle der neuen Mehrzweckanlage soll im weiteren Projektverlauf nun geprüft und konkretisiert werden. Der Bau der Mobilfunkanlage soll gesondert in einem separaten Baubewilligungsverfahren beurteilt werden.

 

TERMINE

Verabschiedung Projektierungskredit zu Handen Stadtparlament durch Stadtrat

März 2021

Genehmigung Projektierungskredit durch Stadtparlament

September 2021

Erarbeitung Objektstrategien bestehende Standorte*

Januar 2022 – September 2022

Genehmigung Vorprojekt durch Stadtrat

April 2022

Eingabe Bauprojekt mit Kostenvoranschlag

September 2022

Verabschiedung Objektkredit zu Handen Stadtparlament durch Stadtrat

Oktober 2022

Verabschiedung Objektkredit zu Handen Urnenabstimmung durch Stadtparlament

April 2023

Urnenabstimmung zu Objektkredit

September 2023

Bauphase

Frühling 2024 – Herbst 2025

Inbetriebnahme

 Herbst 2025

 

BISHERIGE MEILENSTEINE

7. Juli 2022
Das siegreiche Wettbewerbsprojekt der Bühler Streit Architekten, Zürich, wurde inzwischen zu einem Vorprojekt verfeinert. Der Stadtrat hat dieses genehmigt und die Kostenschätzung von 28.3 Mio. Franken zur Kenntnis genommen. Dazu kommen die Kosten für das Grundstück im Eselriet. Das Bauprojekt soll bis im März 2023 vorliegen. Bis dahin wird der Stadtrat auch seine Strategie über den Umgang mit den städtischen Liegenschaften festlegen, die durch den Bau der Mehrzweckanlage frei werden. Geplant ist, den Baukredit den Stimmberechtigten im Frühjahr 2024 zum Entscheid vorzulegen (SRB Nr. 2022-141).
 

29. März 2021
Für den nächsten Projektschritt unterbreitet der Stadtrat dem Grossen Gemeinderat den Antrag für einen Projektierungskredit von Fr. 1'845'000.00 (SRB Nr. 2021-57). Die Volksabstimmung über den Baukredit ist gemäss aktuellem Terminplan im September 2023 vorgesehen. Läuft alles nach Plan, soll im 2024 mit dem Bau begonnen und die Anlage 2025 in Betrieb genommen werden.

Ergänzend wird dem Grossen Gemeinderat beantragt, für das Investitionsvorhaben eine Vorfinanzierung von maximal 12 Mio. Franken zu bilden.
 

8. Februar 2021
Für den Neubau führte die Stadt einen offenen Architekturwettbewerb durch. Von den 30 eingereichten Vorschlägen vermochte das Projekt der ARGE Bühler Streit, Zürich, das Beurteilungsgremium am meisten zu überzeugen. Der Stadtrat bestätigte an seiner Sitzung vom 4. Februar 2021 den Entscheid der Jury (SRB Nr. 2021-22).

Sobald das Resultat des Architekturwettbewerbs rechtskräftig ist, wird das Projekt weiter vertieft. Dafür ist vorerst ein Projektierungskredit zu bewilligen.
 

6. Juni 2019
Eigentumsübertragung Grundstück Kat.-Nr. IE 1185 an Stadt erfolgt
 

10. Mai 2019
Umzonung «Eselriet» wird rechtskräftig.
 

8. November 2018
Genehmigung Erwerb Grundstück Kat.-Nr. IE1185, Eselriet, sowie Genehmigung Teilrevision der kommunalen Nutzungsplanung für die «Umzonung» durch das Stadtparlament
 

2012 - 2017
Ausarbeitung erster Machbarkeitsstudien und eines Erläuternden Berichtes, da sich Sanierungsbedarf bei den Gebäuden der Feuerwehr, des Unterhaltsbetriebes, der Hauptsammelstelle und der Wasserversorgung abzeichnen.
Feuerwehr, Unterhaltsbetrieb, Zivilschutz und Hauptsammelstelle stossen in den gegenwärtigen Unterbringungen und Infrastrukturen an Grenzen.
Durchführung einer erster Informationsveranstaltung für die Mitglieder des damaligen Grossen Gemeinderates (heute «Stadtparlament»).

Zugehörige Objekte