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Wenn ein Baum zur Gefahr wird

3. September 2026
Bäume spenden uns Schatten, kühlen die Umgebung und filtern Staub aus der Luft. Wo sie wachsen, fühlen wir uns wohl. Manchmal werden Bäume aber auch zur Gefahr.

Die Auswirkungen von Hitze und Trockenheit in diesem Sommer sind dramatisch und unübersehbar: Viele Bäume haben braune Blätter, manche haben sie bereits fallen gelassen. Etliche Gemeinden warnen vor abbrechenden Ästen. Die Stadt Illnau-Effretikon empfiehlt, längere Aufenthalte (Picknicken, Spielen etc.) unter grossen Bäumen zu vermeiden und mit offenen Ohren und Augen unterwegs zu sein.

Den Bäumen setzt nicht nur die Hitze zu; auch Krankheiten, Schädlinge und Stürme belasten sie. In den Siedlungen und entlang von Strassen kommen Feinstaub und Schadstoffe dazu.

Die Kombination mehrerer Belastungen ist – wie für alle Lebewesen – besonders problematisch. Die Trockenheit hat die Bäume so sehr gestresst, dass sie nun weniger widerstandsfähig sind. Dies zeigte sich bei einem heftigen Gewitter, das Anfang Juli durchs Oberland zog. Es entwurzelte beispielsweise im Naturschutzgebiet Wildert etliche Bäume, die schon vielen und heftigeren Stürmen getrotzt hatten. Manche Bäume standen nach dem Gewitter schräg, weil ihre Wurzeln angerissen waren.


OFFENE UND VERDECKTE GEFAHREN

Wann wird ein Baum zur Gefahr? Wann muss man eingreifen? Sebastian Wittwer, Leiter Forstbetrieb der Stadt Illnau-Effretikon, sagt dazu: «Ungewöhnlich schnelle Veränderungen an einem Baum, Pilze oder dunkle Schleimflüsse im Bereich des Stamms sind Alarmzeichen. Hingegen sagt es gar nichts aus, wenn sich ein Baum im Wind stark bewegt.»

Bei Alarmzeichen ist es Zeit, dass eine Fachperson den Baum beurteilt. Ein Rückschnitt der Krone kann einen Baum am Leben erhalten. Denn ist sie kleiner, ist die Verdunstung geringer und der Baum benötigt weniger Wasser. Auch die Entlastung vom Gewicht grosser Äste kann einem Baum helfen.

Die Gefahr, die derzeit von abbrechenden Ästen ausgeht, ist im Einzelfall leider nicht vorhersehbar – auch für Fachleute nicht. Ebenso schwierig ist eine Prognose, welche Bäume sich vom Hitzesommer 2026 erholen und welche irreversible Schäden davontragen werden.

Wenn weder Menschen noch Tiere oder wichtige Infrastrukturen betroffen sind, sollten wir etwas Geduld haben und den Bäumen eine Chance geben, sich zu erholen. Damit sie auch in Zukunft zu unserem Wohlbefinden beitragen können.

 

 

Wie ein Mikado. Die von der Trockenheit gestressten Bäume vermochten einem Gewitter nicht mehr standzuhalten.

 

Bei starkem Wind ist immer Vorsicht geboten, wie diese entwurzelte Eiche beweist.

 

Von der Trockenheit bereits geschädigt, brach diese Fichte in einem Gewitter.

Text und Bilder:
Barbara Leuthold Hasler

 

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