Kopfzeile

Inhalt

Verleihung Anerkennungs- und Jugendförderpreise 2026

8. Juni 2026
Der Stadtrat Illnau-Effretikon zeichnet Paul Lüssi und Martin Steinacher mit je einem Anerkennungspreis aus. Zudem wird Nadine Bünzli aus Luckhausen sowie Klara Cheng aus Illnau je ein Jugendförderpreis zu teil.
Die Preisvergabe findet am Dienstag, 23. Juni 2026, statt und ist öffentlich.

 

DIE TRÄGER DES ANERKENNUNGSPREISES
FÜR PERSONEN UND GRUPPEN

PAUL LÜSSI, EFFRETIKON

Ob im Eishockeyclub Illnau-Effretikon (EIE) oder im Tennisclub Effretikon (TCIE) – über Jahrzehnte hinweg engagierte sich Paul Lüssi mit grossem Geschick und Einsatz für das Vereinsleben in Illnau-Effretikon. Als Präsident, Organisator, Funktionär und Motivator prägte er zahlreiche Projekte und setzte wichtige Impulse für die Weiterentwicklung dieser beiden Vereine in der Stadt Illnau-Effretikon.

Seinen beruflichen Weg begann Paul 1967 als Fahrlehrer. Während 44 Jahren unterrichtete er rund 4'500 Fahrschülerinnen und Fahrschüler aus Stadt und Region. «Man muss mit jedem Menschen auskommen», sagt er rückblickend über seinen Beruf. Der Umgang mit unterschiedlichen Menschen habe ihn geprägt und ihm wichtige Menschenkenntnisse vermittelt. Noch heute werde er von ehemaligen Fahrschülerinnen und Fahrschülern erkannt und freundlich gegrüsst.

Zum Eishockey kam Paul Lüssi eher zufällig. Nachdem ihm das Joggen wenig Freude bereitete, besuchte er eines Tages ein Eishockeyspiel und wusste sofort: «Das ist mein Sport!» Obwohl er damals noch nicht Schlittschuhlaufen konnte, trainierte er intensiv, gründete später selbst eine Seniorenmannschaft und leitete diese während 25 Jahren.

1991 übernahm Paul Lüssi das Präsidium des EHC Illnau-Effretikon. Als Präsident setzte er sich während acht Jahren zusammen mit dem Vorstand insbesondere für zusätzliche Sponsoringeinnahmen und die Nachwuchsförderung ein. Dank seiner Kontakte zum lokalen Gewerbe und seiner Mitgliedschaft im örtlichen Gewerbeverein (GVIEL) gelang es ihm, neue Einnahmen für den Verein zu erschliessen und auf dieser Basis einen Nachwuchstrainer in Teilzeit anzustellen – eine weitsichtige Initiative, von der der Verein laut Wegbegleitern noch heute stark profitiert. «Ich habe nie Nein gesagt», beschreibt Paul Lüssi seine Haltung gegenüber Verantwortung und Vereinsarbeit.

Auch beim Tennisclub Illnau-Effretikon engagierte er sich an vorderster Front in einer prägenden Phase der Vereinsentwicklung: Als Präsident stärkte er ab März 2011 gemeinsam mit dem Vorstand die Vereinsstrukturen, organisierte wiederum neue Einnahmenquellen und brachte frische Impulse wie den Ausbau des Sponsorings oder die Installation einer Solaranlage auf dem Clubhaus ein. Nach sechs Jahren Präsidium übergab er das Zepter des gut aufgestellten Vereins mit vielen neuen Mitgliedern einer nächsten Generation. Gleichzeitig blieb Paul Lüssi weiterhin sehr aktiv, präsent und allseits willkommen. Noch heute organisiert er die Tennisnachmittage der Senioren. Zudem engagiert er sich noch bis Ende dieser Saison als Platzwart des Vereins.

Typisch für Paul Lüssi ist seine direkte, pragmatische, bescheidene und humorvolle Art. Während seiner Zeit als Präsident führte er mit klaren Vorstellungen und grosser Entschlossenheit. Wo andere lange diskutierten, traf er Entscheidungen und setzte sie um – stets mit dem Ziel, den Verein voranzubringen.

Mit seinem jahrzehntelangen Engagement zugunsten der Vereine zeigt Paul Lüssi eindrücklich, wie wertvoll Menschen sind, die Verantwortung übernehmen, Gemeinschaft fördern und das gesellschaftliche Leben einer Stadt aktiv mitgestalten.

 

MARTIN STEINACHER, ILLNAU

Während 41 Jahren prägte Martin Steinacher als Primarlehrer Generationen von Kindern in Illnau. Doch sein Wirken reichte weit über das Schulzimmer hinaus. Mit grossem Engagement, Kreativität und Herzblut gestaltete er das Dorfleben aktiv mit und initiierte zahlreiche Projekte, die bis heute nachwirken.

Als Martin Steinacher 1973 nach Illnau kam, kannte er die Gemeinde kaum. Aus der ursprünglich zufälligen Wahl seines Wohn- und Arbeitsortes wurde jedoch eine lebenslange Verbundenheit. Während mehr als vier Jahrzehnten unterrichtete er über 300 Schülerinnen und Schüler. Seine Motivation war klar: «Meine Schulkinder sollen lieber in die Schule gehen als ich dies tat.» Freude, Humor und Gemeinschaft waren für ihn zentrale Bestandteile des Unterrichts. Sein Leitsatz lautete: «Ein Tag ohne Lachen ist ein verlorener Tag.»

Sein pädagogisches Wirken war geprägt von grosser Wertschätzung gegenüber den Kindern. «Es gibt keine Schülerin und keinen Schüler, den ich nicht gernhabe», sagt Martin Steinacher rückblickend. Jedes Kind habe Stärken und Talente, die es zu entdecken und zu fördern gelte. Mit viel Humor, Kreativität und persönlichem Engagement schuf er einen Unterricht, an den sich viele seiner ehemaligen Schülerinnen und Schüler bis heute erinnern.

Martin Steinacher verstand Schule als Lebensraum. Neben dem Unterricht organisierte er Skilager, Klassenlager, Velotouren, Schultheater, Musicals, Konzerte und zahlreiche weitere Aktivitäten. Musik spielte dabei eine besondere Rolle. Jeder Schultag begann mit einem Lied. Gemeinsam mit seinen Klassen entstanden sogar professionelle CD-Aufnahmen in Zusammenarbeit mit bekannten Künstlern wie Peter Reber, Pino Gasparini oder Pepe Lienhard.

Ein bleibendes Vermächtnis hinterliess Martin Steinacher auch als Autor. Zusammen mit Leo Eisenring entwickelte er das Deutsch-Lehrmittel «Die Linda-Klasse». Die Geschichten basierten auf Erlebnissen aus dem Schulalltag und wurden schweizweit eingesetzt. Schmunzelnd sagt Martin heute: «Linda bin eigentlich ich.»

1975 lancierte er «Dä gschnällscht Illauer», der sich rasch zu einem beliebten Anlass für Kinder und Familien entwickelte. Ebenso engagierte er sich für die Tschuttiwiese Längg, die im Jahr des Kindes 1979 entstand und Kindern bis heute einen Ort für Spiel und Begegnung bietet. Aus dieser Initiative ging später das bis heute bestehende Länggturnier hervor.

Darüber hinaus wirkte Martin Steinacher während vieler Jahre im Chilbikomitee, im Hotzehuusverein, im Theaterverein Illnau sowie beim Jahrheft der Stadt mit. Zusammen mit Alt-Stadtpräsident Ueli Müller betreute er dieses während über 20 Jahren redaktionell. Schreiben, Organisieren und Menschen zusammenbringen gehörten stets zu seinen grossen Stärken.

Typisch für Martin Steinacher ist seine bescheidene und teamorientierte Haltung. Trotz seiner zahlreichen Initiativen betont er stets die Bedeutung der Zusammenarbeit. Viele seiner Projekte seien nur dank engagierter Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter möglich geworden.

Mit seinem jahrzehntelangen Wirken als Lehrer, Autor, Organisator und Dorfgestalter hat Martin Steinacher das Leben vieler Menschen bereichert und das gesellschaftliche Leben in Illnau nachhaltig geprägt. Seine pädagogische Haltung, seine Menschenfreundlichkeit und seine unermüdliche Tatkraft wirken bis heute weit über seine aktive Zeit hinaus.

 

 

DIE TRÄGERINNEN DES JUGENDFÖRDERPREISES

NADINE BÜNZLI, LUCKHAUSEN

Mit Präzision, Kreativität und viel Disziplin gewann Nadine Bünzli an den Swiss Skills 2025 in Bern die Goldmedaille im Beruf Malerin. Damit gehört die 20-jährige Handwerkerin aus Luckhausen zur nationalen Spitze ihres Fachs. Als einzige Schweizer Malerin wird sie die Schweiz im September an den WorldSkills in Shanghai vertreten.

Handwerk spielt in Nadines Familie seit jeher eine grosse Rolle: Ihre Mutter ist gelernte Malerin, Vater, Bruder und Freund sind Zimmermänner. Nach verschiedenen Schnupperlehren wurde ihr schnell klar, dass sie praktisch arbeiten möchte. «Am Ende des Tages sieht man, was man gemacht hat», sagt sie über ihren Beruf.

Nachdem Nadine ihre Berufslehre vergangenen Sommer mit Bestnoten abschloss, blieb sie ihrem Lehrbetrieb, der Stefan Baumann GmbH in Weisslingen, erhalten. Dort wurde sie auch auf die SwissSkills aufmerksam gemacht und intensiv gefördert. Neben ihrer 80%-Anstellung trainiert sie seither regelmässig für die Berufsweltmeisterschaften: jeden Freitag, jeden zweiten Samstag und zusätzlich ganze Trainingswochen. Unterstützt wird sie dabei von einer Trainerin mit eigener WorldSkills-Erfahrung. Die intensive Vorbereitung zeigt: Berufswettbewerbe auf diesem Niveau verlangen ähnlich viel Disziplin wie Spitzensport.

An den SwissSkills waren nicht nur Präzision und Technik gefragt, sondern auch Kreativität und ein gutes Auge für Farben. So musste Nadine unter anderem ein grosses Bild anhand einer kleinen Vorlage umsetzen und Farbtöne exakt mischen. Gerade diese kreativen Arbeiten gefallen ihr besonders. Vorarbeiten wie Schleifen oder Abdecken seien dagegen «nicht so ihr Ding».

In ihrer Freizeit fährt Nadine leidenschaftlich gerne Motorrad – obwohl sie lachend zugibt, aufgrund ihrer Grösse fast nicht auf den Boden zu kommen. Auch beruflich denkt sie bereits weiter: Aufbauend auf ihrer Tätigkeit als Malerin kann sie sich Weiterbildungen zur Baustellen- oder Projektleiterin vorstellen.

Mit ihrem Erfolg zeigt Nadine Bünzli eindrücklich, wie anspruchsvoll, kreativ und vielseitig modernes Handwerk heute ist – und dass Leidenschaft, Bodenständigkeit und harte Arbeit ein aussergewöhnlich starkes Fundament bilden können.

 

KLARA CHENG, ILLNAU

Schon mit zweieinhalb Jahren begann die heute 18-jährige Klara Cheng Geige zu spielen – auf einer kleinen 1/16-Geige an der Musikschule Alato in Effretikon. Heute konzertiert die junge Musikerin international, veröffentlicht eigene CDs und gehört zu den aussergewöhnlichsten Nachwuchsgeigerinnen der Schweiz.

Musik prägt Klaras Alltag seit ihrer frühen Kindheit. Neben der Geige lernte sie auch Klavier, entschied sich später jedoch bewusst für die Violine. Mit nur 15 Jahren wurde sie ausserordentlich früh an die Zürcher Hochschule der Künste aufgenommen – obwohl dafür normalerweise eine Matura vorausgesetzt wird. Heute steht sie kurz vor dem Abschluss ihres Bachelorstudiums. Im Herbst beginnt sie bereits einen zweiten Bachelor in Volkswirtschaftslehre an der Universität St. Gallen (HSG).

Klara beschreibt ihre musikalische Ausbildung als Hochleistungssport. Täglich übt sie mehrere Stunden, reist regelmässig für Konzerte und Tourneen nach China und muss Schule, Studium und Musik ständig koordinieren. «Das Publikum hört nur die Fehler», sagt sie über den Druck auf der Bühne. Gerade diese Erfahrungen hätten sie jedoch selbstständiger und verantwortungsbewusster gemacht.

Eine wichtige Rolle spielt dabei auch ihre kulturelle Herkunft. Zuhause spricht die Familie Chinesisch, unter den Geschwistern wird Schweizerdeutsch gesprochen. Klara bewegt sich selbstverständlich zwischen beiden Kulturen und baut sich zunehmend auch in China ein Publikum auf. Unterstützt wird sie dabei von ihrer Mutter, die selbst Musikerin ist, und wichtige Kontakte vermittelt.

Neben ihren Konzertauftritten gestaltet Klara vieles selbstständig: Sie organisiert Reisen, Tourneen und Auftritte, betreibt ihre eigene Website und veröffentlichte kürzlich ihre neue CD Musical Gems. Trotz ihrer internationalen Karriere wirkt sie bodenständig und pragmatisch. Privat hört sie lieber Pop- oder Housemusik als klassische Werke.

Besonders faszinieren Klara Komponisten wie Bach, Brahms, Tschaikowsky oder die französische Romantik. Langfristig möchte sie auch eigene Musik schreiben und aufnehmen.

Mit ihrem aussergewöhnlichen Talent, ihrer Disziplin und ihrer kulturellen Offenheit hat sich Klara Cheng bereits in jungen Jahren einen beeindruckenden Platz in der internationalen Musikszene erarbeitet.


 

PREISÜBERGABE AM 23. JUNI 2026

Paul Lüssi und Martin Steinacher werden je Fr. 2'000.-, Nadine Bünzli und Klara Cheng je Fr. 1'000.- zugesprochen.

Die Preisträgerinnen und Preisträger werden im Rahmen eines kleinen Festaktes am Dienstag, 23. Juni 2026, 19.00 Uhr, im Stadthaussaal Effretikon gewürdigt. Die Veranstaltung ist öffentlich – Besucherinnen und Besucher sind herzlich willkommen.

 

Paul Lüssi

Paul Lüssi neben dem Tennisplatz.

 

Martin Steinacher

Lehrer aus Leidenschaft: Martin Steinacher

 

Nadine Bünzli

Nadine Bünzli vor ihrem Werk an den Swiss-Skills in Bern.

 

Nadine Bünzli

Nadine Bünzli mit ihrer Goldmedaille.

 

 

Klara Cheng
Klara Cheng

Musikerin Klara Cheng

Zugehörige Objekte

Name Download
20260608_MM_Anerkennungs- und Jugendförderpreis 2026 (PDF, 474 kB) Download 0 20260608_MM_Anerkennungs- und Jugendförderpreis 2026
Anerkennungspreis Martin Steinacher (JPEG, 1.59 MB) Download 1 Anerkennungspreis Martin Steinacher
Anerkennungspreis Paul Lüssi (JPG, 2.58 MB) Download 2 Anerkennungspreis Paul Lüssi
Jugendförderpreis Klara Cheng 1 (JPG, 2.9 MB) Download 3 Jugendförderpreis Klara Cheng 1
Jugendförderpreis Klara Cheng 2 (JPG, 3.13 MB) Download 4 Jugendförderpreis Klara Cheng 2
Jugendförderpreis Nadine Bünzli 1 (JPG, 1013 kB) Download 5 Jugendförderpreis Nadine Bünzli 1
Jugendförderpreis Nadine Bünzli 2 (JPG, 1.03 MB) Download 6 Jugendförderpreis Nadine Bünzli 2