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Bäume für morgen

11. Juni 2026
Hitzeperioden und Trockenphasen im Sommer setzen Bäumen zu, vor allem den Bäumen in den Siedlungen. Welche Arten sollen wir heute pflanzen, damit sie auch unseren Enkeln noch Schatten spenden?

Unser Klima verändert sich. Seit Messbeginn 1864 sind die mittleren Temperaturen in der Schweiz um rund zwei Grad Celsius gestiegen. Es ist damit zu rechnen, dass sie weiter steigen werden. Fachleute sagen uns eine Verdoppelung der Anzahl Hitzetage bis ins Jahr 2040 voraus.

Die durchschnittlich wärmeren Temperaturen verlängern die Vegetationszeit, was auf den ersten Blick nach einem Vorteil für Pflanzen aussieht. Wenn auf einen frühen Blattaustrieb aber Spätfroste folgen, kann sich dieser Vorteil schnell ins Gegenteil kehren.

Auch bei den Niederschlägen wird es Änderungen geben. Prognosen gehen von weniger Niederschlägen im Sommer und mehr im Winter aus. Dies betrifft die Siedlungsgebiete stark, weil hier generell weniger Wasser gespeichert wird.


VIELFÄLTIG UND AN DAS KLIMA ANGEPASST

Ein Baum, den unsere Grosseltern gepflanzt haben, muss heute also mit ganz anderen Umweltbedingungen zurechtkommen als zur Zeit seiner Pflanzung. Und dies, obwohl er für einen Baum noch nicht einmal besonders alt ist.

Die Frage stellt sich, welche Bäume die Klimaveränderung am besten meistern. Welche Arten sollen wir heute pflanzen, damit sie auch unseren Enkeln noch Schatten spenden?

Um das zu beantworten, schauen wir am besten, welche Bäume heute an sonnigen, trockenen Standorten in der Schweiz wachsen.

Auf südexponierten steilen Hängen in unserer Gegend wachsen zum Beispiel Mehlbeerbäume gut. Sie sind an ihren hellen Blattunterseiten zu erkennen, die aussehen, als ob sie mit Mehl bestäubt wären. Auch Linden bevorzugen warme Lagen. Sie wurden vielerorts gepflanzt, zum Beispiel auf Dorfplätzen, neben Bauernhäusern oder bei Aussichtspunkten. Ursprünglich waren sie hauptsächlich in Föhntälern und in der Südschweiz zu Hause.

Verschiedene Eichenarten mögen es ebenfalls warm. Neben den Trauben- und Stieleichen, die in unserer Gegend beheimatet sind und beeindruckend gross werden können, kommt in den wärmeren Gegenden der Schweiz auch die Flaumeiche vor. In trockenwarmen, steinigen Lagen des Wallis, der Bündner Südtäler und des Tessins ist diese kleinere Eiche – sie wird nie über 20 Meter hoch – weit verbreitet. Ihre flaumig behaarten jungen Triebe und Blattunterseiten geben ihr den Namen.

Die oben genannten Baumarten entsprechen bei weitem keiner vollzähligen Liste. Es gibt recht viele Bäume, die auch im zukünftigen Klima wachsen können. Das ist eine gute Nachricht. Denn auch gewisse Krankheiten und Schädlinge der Bäume profitieren vom wärmeren Klima. Die Lösung lautet, möglichst klimaangepasste und möglichst verschiedene Bäume zu pflanzen. Damit ist das Risiko kleiner, dass beispielsweise eine Krankheit oder ein harter Spätfrost eine ganze Baumallee zum Absterben bringt. Gleichzeitig profitiert die Biodiversität, weil viele verschiedene Baumarten auch viele verschiedene Tiere beherbergen.

 

 

Verschiedene klimaangepasste einheimische Bäume spenden bei diesem Spielplatz Schatten: eine Linde, eine Zitterpappel und ein Kirschbaum (vorne, von links nach rechts).

 

Zitterpappeln, deren Blätter sich ständig im Wind bewegen, gehören zu den klimaangepassten einheimischen Bäumen.

 

Der Feldahorn gehört zu den klimaangepassten, einheimischen Baumarten. 

Fotos: Barbara Leuthold Hasler

 

Weitere Informationen zur Biodiversität finden Sie hier.


ZUR ARTIKELSERIE

Die Stadt Illnau-Effretikon und die Gemeinde Lindau haben im Frühling 2022 eine Kampagne gestartet, um die Bevölkerung über den Nutzen und die Schönheit von Biodiversität im Siedlungsraum zu informieren. Monatlich erscheint im «Regio» ein Artikel zum Thema. Im Jahr 2026 stehen Bäume als übergeordnetes Thema im Fokus.

 

ZUR AUTORIN

Barbara Leuthold Hasler arbeitet als selbstständige Biologin und Bergführerin. Mit der Natur vor ihrer Haustür befasst sie sich seit Jahren – nicht nur beruflich, sondern auch als Hobby, zum Beispiel im eigenen Garten und in ehrenamtlichen Arbeitseinsätzen in Naturschutzgebieten.

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