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Leitartikel Juni 2026; Stadtrat Samuel Wüst

22. Juni 2026

EIN SPANNENDER UMZUG

Nach vielen Jahren in Effretikon werde ich in den kommenden Tagen innerhalb unserer Stadt umzie­hen – von einem Einfamilienhaus in eine Eigentums­wohnung in einer neuen Überbauung in Illnau. Es ist kein Wegzug, sondern vielmehr ein Perspektiven­wechsel. Und doch ist ein solcher Schritt immer auch Anlass, über das Wohnen, das Zusammenle­ben und die Entwicklung unserer Stadt nachzuden­ken.

Effretikon wurde in den vergangenen Jahren mein Zuhause. Hier habe ich Nachbarschaften gepflegt, Verände­rungen erlebt und die Entwicklung unserer Stadt als Einwohner und Stadtrat mitverfolgt. Viele Erinnerun­gen sind mit dem bisherigen Wohnort verbunden. Umso bewusster fällt der Entscheid aus, nun ein neues Kapitel aufzuschlagen.

Die neue Wohnung befindet sich in einer neuen, grösseren Überbauung. Besonders freue ich mich auf den Blick ins Grüne und in die Berge – ein Aus­blick, der uns täglich daran erinnert, wie privilegiert wir in unserer Region leben. Gleichzeitig steht die Überbauung sinnbildlich für die Veränderungen, die viele Gemeinden im Zürcher Oberland derzeit erle­ben: Verdichtung nach innen, zeitgemässe Wohn­formen und eine bessere Nutzung des vorhandenen Raums.

Der Umzug vom Einfamilienhaus in eine Eigentums­wohnung entspricht auch einer Lebensphase, die viele Menschen kennen. Die Bedürfnisse verändern sich. Solche Wohnangebote ermöglichen es zahlreichen Einwohnerinnen und Einwohnern, innerhalb der Ge­meinde zu bleiben und dennoch eine Wohnform zu wählen, die besser zu ihrer aktuellen Lebenssitua­tion passt.

Besonders gespannt bin ich auf die neue Nachbar­schaft. In die Überbauung ziehen Menschen mit un­terschiedlichen Lebensgeschichten ein. Viele haben ihre Wurzeln in der Schweiz, andere stammen ur­sprünglich aus Südeuropa, Osteuropa oder Asien. Weitere Herkunftsgebiete werden dazukommen. Diese Vielfalt entspricht längst der Realität unserer Stadt. Sie ist kein Ausnahmefall mehr, sondern Teil unseres Alltags und unserer Identität geworden.

Eine neue Überbauung ist zunächst eine Ansamm­lung von Gebäuden. Zu einer lebendigen Nachbar­schaft wird sie erst durch die Menschen, die dort wohnen. Gemeinschaft entsteht nicht automatisch. Sie wächst durch Begegnungen im Treppenhaus, Gespräche auf dem Spielplatz, gegenseitige Rück­sichtnahme und die Bereitschaft, sich einzubringen. Alle Bewohnende bringen ihre eigenen Erfahrun­gen, Erwartungen und Gewohnheiten mit. Daraus können Herausforderungen entstehen, vor allem aber Chancen.

Ich bin überzeugt, dass gerade diese Vielfalt eine Bereicherung darstellt. Unterschiedliche kulturelle Hintergründe, verschiedene Generationen und viel­fältige Lebensentwürfe machen eine Gemeinschaft lebendig. Voraussetzung dafür ist der gegenseitige Respekt. Wer offen aufeinander zugeht, entdeckt oft mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede.

Als Stadtrat interessiert mich nicht nur meine per­sönliche Wohnsituation, sondern auch die Frage, wie sich unsere Stadt weiterentwickelt. Illnau-Effre­tikon wächst. Neue Quartiere entstehen, beste­hende verändern sich. Entscheidend ist dabei nicht allein, wie viele Wohnungen gebaut werden, son­dern wie sich das Zusammenleben gestaltet. Wohn­qualität entsteht nicht nur durch Architektur, son­dern vor allem durch das soziale Miteinander.

Mein Umzug nach Illnau ist deshalb mehr als ein Wohnungswechsel. Er gibt mir die Gelegenheit, die Entwicklung unserer Stadt aus einer neuen Perspek­tive zu erleben. Ich freue mich darauf, neue Nachba­rinnen und Nachbarn kennenzulernen, Teil einer ent­stehenden Gemeinschaft zu werden und mitzuerle­ben, wie aus einer neuen Überbauung ein lebendi­ges Quartier wächst.

Nach vielen Jahren in Effretikon bleibe ich unserer Stadt natürlich treu – einfach mit einer neuen Ad­resse. Ich bin gespannt, welche Geschichten, Begegnungen und Erfahrungen dieses neue Kapitel bereithält. Denn letztlich sind es die Menschen, die aus einem Wohnort ein Zuhause machen.

 

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