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Zum Schutz der Bäume

16. April 2026
Bäume bereichern das Stadt- und Landschaftsbild, spenden Schatten, filtern Staub aus der Luft und beherbergen Insekten und Vögel. Und sie geben bisweilen Anlass zu Unstimmigkeiten.

Welches sind die Rechte und Pflichten von Baumbesitzerinnen und -besitzern, Nachbarn und Bauherrschaften?

Wenn Bäume gefällt werden müssen, zum Beispiel für ein Bauprojekt oder aus Sicherheitsgründen, provoziert dies regelmässig Widerstand in der lokalen Bevölkerung. Dies zeigt, wie verbunden sich viele Menschen den Bäumen fühlen. Sie freuen sich an den Bäumen und den Tieren, die darin leben, am Duft zum Zeitpunkt der Blüte und am beruhigenden, kühlenden Grün.

Anderen Menschen sind Bäume dagegen vor allem eines: im Weg. Bei Bauarbeiten im Siedlungsgebiet geraten Bäume besonders oft unter Druck. «Bauherren packen zum Schutz von Bäumen oft einfach die Stämme mit Schaltafeln ein – doch dies reicht bei weitem nicht», sagt Marc Weiss, Leiter Naturschutz der Stadt Illnau-Effretikon. Um einen Baum zu erhalten, muss er nicht nur oberirdisch, sondern vor allem auch unterirdisch geschützt werden. Werden Bodenflächen rund um den Baum, sogenannte Baumscheiben, und Pflanzgruben als Park-, Abstell- oder Lagerplätze missbraucht, verdichtet sich der Boden im Wurzelbereich und der Baum nimmt Schaden.

Besondere Sorgfalt ist bei Grabarbeiten im Wurzelbereich gefragt. Dazu Marc Weiss: «Werden dicke Wurzeln mit dem Bagger abgerissen, entstehen grosse, ausgefranste Wunden, die der Baum nicht ohne weiteres verschliessen kann. Ab einem Wurzeldurchmesser eines Zweifrankenstücks muss deshalb eine Baumfachperson beigezogen werden.»

Aber nicht nur bei Bauarbeiten, auch zwischen Nachbarn führen Bäume zu Diskussionen. So stören sich Nachbarn immer wieder am Schattenwurf oder ärgern sich über das herabfallende Laub.

Zum Glück gibt es für viele Fälle klare Regeln (siehe Kasten). Manchmal würde vielleicht auch einfach etwas mehr Gelassenheit helfen, beispielsweise wenn es um das Laub des Nachbarbaumes geht. Es könnte für einen Igelhaufen im eigenen Garten genutzt werden.

 

 

Auf Baustellen sind Bäume stets stark unter Druck. Es reicht nicht, neben dem Stamm eine Schutzwand hinzustellen. Der ganze Wurzelbereich unterhalb der Krone muss geschützt werden.
Foto: Barbara Leuthold Hasler

Weitere Informationen zur Biodiversität finden Sie hier.


ZUR ARTIKELSERIE

Die Stadt Illnau-Effretikon und die Gemeinde Lindau haben im Frühling 2022 eine Kampagne gestartet, um die Bevölkerung über den Nutzen und die Schönheit von Biodiversität im Siedlungsraum zu informieren. Monatlich erscheint im «Regio» ein Artikel zum Thema. Im Jahr 2026 stehen Bäume als übergeordnetes Thema im Fokus.

 

ZUR AUTORIN

Barbara Leuthold Hasler arbeitet als selbstständige Biologin und Bergführerin. Mit der Natur vor ihrer Haustür befasst sie sich seit Jahren – nicht nur beruflich, sondern auch als Hobby, zum Beispiel im eigenen Garten und in ehrenamtlichen Arbeitseinsätzen in Naturschutzgebieten.

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