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1. SITZUNG VOM 9. JULI 2026 AMTSDAUER 2026-2030 1. AMTSJAHR 2026/2027
IM FOKUS
RÜCKBLICK KONSTITUIERENDE SITZUNG
RALF ANTWEILER, GRÜNLIBERALE, IST DER 53. PARLAMENTSPRÄSIDENT
«Gewählt im 1. Wahlgang mit 32 Stimmen ist Ralf Antweiler», verkündete Stadtpräsident Marco Nuzzi den im Saal versammelten und gespannt seiner Stimme lauschenden Parlamentarierinnen und Parlamentariern. Diese hatten soeben ihren Vorsitzenden für das erste Amtsjahr der neu eröffneten Legislatur gewählt.
Nachdem die Stimmberechtigten am 8. März 2026 ihre im Illnau-Effretiker Parlament Einsitz nehmenden Volksvertreterinnen und Volksvertreter gewählt hatten, fanden sich diese erstmals zum plenaren Stelldichein in neuer Zusammensetzung im Parlamentssaal ein.
Der 56-jährige Ralf Antweiler ist nun also für ein Jahr «höchster Illnau-Effretiker». Seit 2018 politisiert er im Parlament. Nach Stationen in der Rechnungsprüfungskommission und als Mitglied der Geschäftsleitung ist er nun der 53. Einwohner, dem diese präsidiale Aufgabe zuteilwird. So steht bzw. sitzt er nun also an der Spitze des Parlamentes - auf dem sogenannten «Bock». Das rührt nicht etwa vom Sprichwort «den Gärtner zum Bock machen», sondern viel mehr daher, da die Sitzungsleitung im Sitzungssaal gegenüber dem Parlament auf etwas erhöhter Position sitzt.
«Vielen Dank für Ihr Vertrauen», wandte sich Ralf Antweiler nach seiner Wahl an seine Ratskolleginnen und -kollegen. Er freue sich darauf, als Parlamentspräsident die neue Legislatur 2026–2030 eröffnen zu dürfen. Gleichzeitig hiess er die zehn neu gewählten Parlamentsmitglieder willkommen: «Ich wünsche Ihnen viel Freude im Amt. Nutzen Sie die Möglichkeiten, die es Ihnen bietet.»
PARLAMENTSMITGLIEDER - EINE IMMER KLEINER WERDENDE SPEZIES
In seiner Antrittsrede stellte Antweiler die Bedeutung der Demokratie ins Zentrum. «Wir gehören zu einer Minderheit. Nur noch sieben Prozent aller Menschen auf dieser Welt leben in einer echten, freien Demokratie – mit freien Wahlen, unabhängiger Justiz und freien Medien.» Mit einem Augenzwinkern ergänzte er: «Sieben Prozent – das entspricht ungefähr dem Wähleranteil der Grünliberalen in der Schweiz. Sehr wenig, aber unbedingt erhaltenswert!»
Antweiler räumte ein, dass andere politische Systeme gewisse Entscheidungen schneller treffen könnten. Mit Blick auf eine allfällig anstehende Sanierung des Stadthauses meinte er schmunzelnd: «In anderen Ländern hätte Stadtpräsident Marco Nuzzi das Gebäude wohl längst abreissen und einen goldenen Palast errichten lassen.» Dennoch sei für ihn klar: «Obwohl die freie Demokratie weltweit unter Druck steht, sind wir uns wohl einig, dass unser demokratisches System erhalten bleiben soll.»
Gerade deshalb komme den lokalen Parlamenten eine wichtige Rolle zu. «Wir bestimmen nicht nur mit, wie wir unser Zusammenleben in Illnau-Effretikon gestalten. Wir können auch aufzeigen, dass man Vertrauen in dieses System haben kann. Politik findet hier zum Erleben und Anfassen statt. Wer dabei sein kann, gewinnt Vertrauen.»
Als Beispiele nannte Antweiler die Arbeit der Rechnungsprüfungskommission oder die oft detaillierten Debatten im Stadtparlament. «Wer einmal erlebt hat, wie neun Mitglieder der Rechnungsprüfungskommission über jeden Satz eines mehrseitigen Dokuments diskutieren oder wie im Parlament engagiert über eine Bushaltestelle beraten wird, der hat Demokratie erlebt.» Gerade diese sorgfältige Auseinandersetzung mache Lokalpolitik aus und stärke das Vertrauen in die demokratischen Institutionen.
Mit Sorge stellte Antweiler jedoch fest, dass diese Arbeit ausserhalb der Politik kaum wahrgenommen werde. «Ausserhalb unseres Kreises weiss fast niemand, was wir hier tun.» Ob das Parlament Steuern erhöhe oder senke – ein grosser Teil der Bevölkerung erfahre davon kaum etwas. «Das ist eine verpasste Chance, Vertrauen weiter zu festigen. Wenn Menschen nachvollziehen können, wie Entscheidungen entstehen, fühlen sie sich als Teil davon.» Deshalb brauche die Stadt aus seiner Sicht wieder eine Form lokaler Berichterstattung. Dies gehöre für ihn zu den wichtigsten Anliegen der kommenden vier Jahre.
Antweiler warnte vor einem schleichenden Vertrauensverlust in demokratische Institutionen. Zur Veranschaulichung zog er einen Vergleich mit der Titanic: Viele Menschen hätten die Gefahr zunächst nicht erkannt, weil sie sich nicht vorstellen konnten, dass ein scheinbar stabiles System untergehen könnte. Ähnlich könne auch Demokratie verloren gehen, wenn das Vertrauen schwindet. «Wer sich ohnmächtig fühlt, sucht Macht. Wer das Vertrauen ins System verloren hat, ist eher bereit, die freie Demokratie zu opfern.» Es sei deshalb Aufgabe der Politik, das Vertrauen der Bevölkerung zu stärken – und dies beginne in den Gemeinden. «Hier können wir einen Beitrag leisten, indem wir das Vertrauen in unser demokratisches System erhalten und stärken.»
Abschliessend blickte Antweiler auf sein Präsidialjahr voraus: «Ich freue mich auf die Zusammenarbeit im Parlament und in der Geschäftsleitung sowie auf die Aufgaben und Begegnungen als Repräsentant dieses Parlaments.»
Mehr zur Person von Ralf Antweiler und seinen Gedanken zu seinem Präsidialjahr erfahren Sie in seinem Grusswort.
PARLAMENTARISCHES SESSELRÜCKEN
Wenn also Wahlzettel und die Wahlurne durch die Parlamentsreihen gereicht werden, verleiht die Szenerie dem Ganzen einen Abglanz von Bundesbern; etwa so, wie wenn dort jeweils die Mitglieder des Bundesrates gewählt werden. Nun, das dann aber doch nicht ganz.
Blenden wir zurück ins beschauliche Illnau-Effretikon, wo Annina Annaheim, SP, die Wahl zur 1. Vizepräsidentin für sich entschied. Sie zieht mit 26 Stimmen direkt in die Geschäftsleitung ein. Der Zusammenschluss der Fraktionspräsidien (Interfraktionelle Konferenz), der die Wahlvorschläge jeweils erarbeitet, war sich über die Besetzung der Ämter im Vorfeld einig. Und auch30 von 32stimmberechtigten Parlamentarierinnen und Parlamentariern zeigten sich bei der Besetzung des 2. Vizepräsidiums nicht wankelmütig: Luc Jacquat, SVP, soll es richten.
Weiterhin Teil der Geschäftsleitung ist Lukas Morf, FDP, bisher. Neu als Stimmenzählende gesellen sich Marcello Pagella, SVP, und Simone Wegmann, Mitte, hinzu.
Die neue Geschäftsleitung des Parlamentes:
Bildmitte: Ralf Antweiler, GLP; Parlamentspräsident 2026/2027
Links: Annina Annaheim, SP; 1. Vizepräsidentin
Rechts: Luc Jacquat, SVP; 2. Vizepräsident
Auf dem Foto nicht abgebildet: 3 Stimmenzählende, Parlamentssekretärin
Ralf Antweiler richtet sich als frischgebackener Parlamentspräsident ans Plenum.
DIE DEBATTE IM «REPLAY»
IM DETAIL A. WAHLGESCHÄFTE / KONSTITUIERUNG
1. WAHL DER GESCHÄFTSLEITUNG DES STADTPARLAMENTES
1.1 Für das 1. Amtsjahr 2026/2027 der neuen Legislatur wurden in die Geschäftsleitung des Stadtparlamentes gewählt:
Parlamentspräsidium
Ralf Antweiler, GLP
1. Vizepräsidium
Annina Annaheim, SP
2. Vizepräsidium
Luc Jacquat, SVP
3 Stimmenzählende
Marcello Pagella, SVP (Zählsektor 1)
Lukas Morf, FDP (Zählsektor 2)
Simone Wegmann, Mitte (Zählsektor 3)
1.2 Für die gesamte Amtsdauer 2026–2030 wurden gewählt:
Parlamentssekretärin
Vanessa Fricker
Stellvertretung
Marco Steiner
Parlamentsweibelin
Linda Bozhdaraj
Stellvertretung
Angelo Caretti
2. WAHL DER RECHNUNGSPRÜFUNGSKOMMISSION (RPK) FÜR DIE AMTSDAUER 2026–2030
Präsident
Hildebrand Thomas, FDP
Mitglieder
Annaheim Markus, SP
Bornhauser Beat, GLP
Bruinink Arie, Grüne
Haas Melanie, Mitte
Haldner Dominic, SVP
Kläger Andreas, SVP
Mühlebach Dominik, SP
Ottiger Mathias, SVP
3. WAHL DER GESCHÄFTSPRÜFUNGSKOMMISSION (GPK) FÜR DIE AMTSDAUER 2026–2030
Präsident
Morskoi Maxim, SP
Mitglieder
Ehmann Beatrice, GLP
Fässler Stefan, FDP
Giger Andreas, SVP
Huber Daniel, SVP
Isler Marianne, EVP
Jordan Urban, SVP
Moser Christine, FDP
Spring Ivy, SP
B. BESCHLUSS
1. Geschäft-Nr. 2026/128
Antrag des Stadtrates betreffend Kündigung der Leistungsvereinbarung für das Arbeitsprogramm Etcetera, SAH Zürich, per 31. Dezember 2026
Die Antwort des Stadtrates lag schriftlich vor; der Urheber hielt die ihm zustehende Schlusserklärung, Geschäft erledigt.
D. VERTAGTES GESCHÄFT
1. Geschäft-Nr. 2026/145
Antrag der Geschäftsleitung betreffend Teilrevision der Geschäftsordnung des Stadtparlamentes (GeschO STAPA); Definitive Einführung des Instrumentes der Kurz-Anfragen
Geschäft mittels Ordnungsantrag von der Traktandenliste abgesetzt.
Der detaillierte Wortlaut der Anträge und Beschlüsse ist bei der Stadtverwaltung, Abteilung Präsidiales, 4. OG, Stadthaus, Märtplatz 29, Effretikon oder online unter www.ilef.ch/geschaefte einsehbar.
Der Beschluss unter Ziffer B.1 unterstehen dem fakultativen Referendum.
Das Begehren um Anordnung einer Urnenabstimmung über den Beschlusskann gestützt auf § 157 Abs. 3 lit. a des Gesetzes über die politischen Rechte (GPR) i.V.m. Art. 15 Ziff. 2 Gemeindeordnung von 300 Stimmberechtigten innert 60 Tagen gerechnet ab dem Tag nach der Veröffentlichung oder gestützt auf § 157 Abs. 3 lit. b GPR von einem Drittel der Mitglieder des Stadtparlamentes innert 14 Tagen gerechnet ab dem Tag nach der Beschlussfassung schriftlich beim Stadtrat eingereicht werden.
Gegen den gefassten Beschluss kann
gestützt auf § 21a ff. des Verwaltungsrechtspflegegesetzes (VRG) wegen Verletzung von Vorschriften über die politischen Rechte und ihre Ausübung innert 5 Tagen, von der Veröffentlichung an gerechnet, schriftlich Rekurs in Stimmrechtssachen beim Bezirksrat Pfäffikon, Hörnlistrasse 71, 8330 Pfäffikon, erhoben werden.
gestützt auf § 19 ff. VRG wegen Rechtsverletzungen, unrichtiger oder ungenügender Feststellung des Sachverhaltes oder Unangemessenheit der angefochtenen Anordnung innert 30 Tagen ab Publikation beim Bezirksrat Pfäffikon, Hörnlistrasse 71, 8330 Pfäffikon, schriftlich Rekurs erhoben werden.
Der angefochtene Beschluss und die angerufenen Beweismittel sind genau zu bezeichnen und wenn möglich beizulegen.
Die Rechtsfristen öffnen sich nach offizieller Publikation am 16. Juli 2026 im amtlichen Publikationsorgan. Amtliches Publikationsorgan der Stadt Illnau-Effretikon ist deren Webseite; aufrufbar unter «ilef.ch/amtliche_publikationen».
Geschäftsleitung des Stadtparlamentes
Ralf Antweiler, Parlamentspräsident
Vanessa Fricker, Parlamentssekretärin
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